back „home“

Es ist eigentlich total schön wieder hier zu sein. Als wir die Dorfstrasse entlang zum Compound gefahren sind und es immer näher zum aussteigen gekommen ist, hab ich ein Gefühl im Bauch gehabt wie erst selten. Einen wahnsinnige Vorfreude auf die Burschen auf der Baustelle. Und aufs alle wieder sehen!

Das große ABER ist dass wir einfach echt bald nimmer da sein werden und noch so viel zu tun ist, dass ich’s einfach nicht schaff meinen Kopf auch nur eine Sekunde auszurasten. So lang ich wach bin rattert der Ende nie. Und das ist anstrengend!!!

Deswegen werd ich jetzt auch nichts mehr schreiben meine Eindrücke in meinem Tagebuch festhalten und dann ein Resumee machen wenn ich wieder zu Hause bin.

 

Jetzt noch ganz kurz:
Es sind grad vier Leute von unserer Uni gekommen: Horst, Janina, Vroni und Babsi. Leider ist Horst gleich wieder abgereist weil sein Großvater verstorben ist. Das wirft natürlich einen Schatten auf die Ankunft… Aber mittlerweile stehen die Mädels schon auf der Baustelle und helfen uns.

Wir haben uns in Teams aufgeteilt und ich bin im „roof-team“ wir bauen gerade über dem Container – ja wirklich er ist endlich da!! – ein Dach wo wir Stützen und Träger testen und alle möglichen Werkzeuge aus dem Container ausprobieren. Gestern haben wir dazu auch eine Theorie gehabt „roof“ und dann auch noch gleich angefangen über dem Ofen ein Dach zu bauen, damit der endlich vor Wind und Wetter geschützt ist.

So, ihr lest von mir wenn ich wieder in Österreich bin. Bis dahin alles Liebe!

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Nepal

Ich kanns gar nicht glauben. Ich bin in Nepal!! Gestern hab ich mich dabei erwischt in einem bookstore auf das cover eines Nepal-Reiseführers starrend zu denken „da will ich auch mal hin“. Es ist so ein wahnsinnig schönes Land. Abgesehen von den Städten. Aus Kathmandu wollt ich sofort wieder raus weil’s mir zu stressig war. Aber das Gute da ist, a halbe stunde Fahrt und ma is im Grünen. Auf Bergen, im Dschungel. Jetzt sind wir in Pokhara. Nepal’s Pushkar. Hippie und Aussteiger Stadt – zumindest is das bis jetzt so mein Eindruck. Aber total verständlich. Jeden Morgen schneebedecktes Himalaya Gebirge – da hätt ich auch nix dagegen. Direkt am See in einem Tal. Was will man mehr?!
Heute sind wir ca. drei Stunden Richtung Himalaya gefahren und die Berge sind immer noch nicht näher gekommen. Schon noch weit weg, allerdings waren wir auch in einem Flusstal unterwegs,da hat ma ned so die Aussicht.

Auf jedenfall gehts mir gut und ich genieß die Auszeit. Mehr gibts später aus Indien! 😉
Jetzt will ich genießen!

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arbeiten auf der Baustelle…

Damit ich nicht so viel zweimal schreiben muss:

littleflower-india.org/baustellen-berichte

Die letzten Tage ist viel weitergegangen… Wir haben viel Theorie gemacht und die Arbeiter sind seitdem sie wissen was sie tun viel motivierter. Auch wenn sie einiges noch nicht verstanden haben und ich aufgegeben hab es ihnen tausend mal zu sagen, geht es gut voran!

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live life in LF

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Feiertage in Indien…

…ganz etwas besonderes. Mir war gar nicht bewusst wie wichtig mir diese Tage im Jahr sind und wie sehr mir meine Familie und Freunde abgehen würden. So viel an meine Lieben hab ich schon lange nicht mehr gedacht. Ein bisschen traurig bin ich dass ich die Zeit nicht mit ihnen verbringen konnte und ich vermiss mein Zuhause gerade doch sehr. Meine Downphase – das gehört halt auch dazu.

Abgesehen davon dass ich Heimweh hab, ist die Baustelle einfach riesig – viel zu groß für uns, das müssen wir uns einfach eingestehen. Wir haben doch damit gerechnet einen Bauleiter zu haben – jetzt müssen wir das mit unserer minimalen Erfahrung machen. Und dann kommen noch die indischen Verhältnisse dazu – alles dauert länger, ist wahnsinnig kompliziert und man muss wirklich jedem kleinsten Ding nachlaufen. Und der Container mit allen Werkzeugen steckt immer noch im Zoll fest – mit dem würd so vieles um einiges leichter gehen. Ich hab grad schon ein bisschen das Gefühl als würd auf der Baustelle alles schief gehen, was nur irgendwie schief gehen kann. Aber dafür lernen wir wahnsinnig viel, vor allem was lösungsorientiertes Arbeiten betrifft. Wenn ich jetzt aufzählen würd was alles schwierig ist, wird das eine ewige Liste und ich will ja eigentlich nicht so negativ denken. Ich muss mir einfach bewusst sein, dass das grad eine Phase ist. Was sicher auch mit der Sehnsucht nach den Menschen, die mir wichtig sind, zu tun hat.

Deswegen schnell zum Positiven: Ich spiel jeden Tag nach der Arbeit ca. eine Stunde Volleyball, es sind zwar total viele Spieler am Feld, weswegen man sich nicht viel bewegen muss – aber es macht Spaß. Und so lern ich auch mal andere Leute aus dem Dorf kennen. Die jungen Burschen die da spielen sind alle ganz spezielle Charaktere. Ich würd sie echt gerne verstehen und ihre Geschichten kennen. Was ich auch am Rande ein bisschen mitkrieg – ich könnt mittlerweile glaub ich eine gute Dokumentation über das Dorf und seinen sozialen Umstände schreiben.

Ein paar andere Burschen sind immer bei uns und helfen uns, holen uns Sachen und kümmern sich um uns. Von denen kenn ich die Geschichte ein bisschen besser. Ramjan beispielsweise ist 14 Jahre alt und laut Kabita war er bevor wir gekommen sind einer der schlimmsten Jungs aus dem Dorf. Anfangs sprach er kein Wort Englisch mittlerweile ist er in den Grundbedürfnissen fließend. Ich find das total beeindruckend. Heute waren wir bei seiner Familie eingeladen weil die Zwillinge, Sikender und Sandu (oder so ähnlich) seiner Schwester Geburtstag hatten. Sie ist 21 und ihre Kinder sind grad 5 geworden. Sie hat noch einen Sohn, Allahdin. Ramjan hat vier Schwestern. Sie alle mit den Eltern, also 10 Leute, wohnen in zwei Zimmern auf ca 30m^2. Wobei die Eltern einen Raum haben der ungefähr 10m^2 groß ist. Die Kinder haben im anderen Raum zwei Betten, ein kleines für Ramjan und ein großes für alle anderen und dann wohnen da auch noch die vier Ziegen der Familie. Im Sommer schlafen sie draußen, weil’s drinnen zu heiß wird. Das sind schon ganz andere Zustände und wenn ich mir dann denk, dass ich grad genau die gleichen Räumlichkeiten für mich allein hab, fühl ich mich fast schlecht.

Jetzt bin ich schon wieder negativ. Aber ich wollt eigentlich darauf hinaus, dass ich es total schön finde zu sehen, was für einen Einfluss wir zum Beispiel auf Ramjan haben. Er ist ein toller Kerl, lustig und muss einfach gefordert werden. Ich wünsch ihm nur das Beste! Und er ist ja nicht der einzige: Dinesh und Jitu sind auch viel bei uns. Was interessant ist – sie wechseln sich irgendwie ab. Ganz am Anfang war Nassim immer bei uns – der lässt sich jetzt kaum noch blicken. Ob ihn die anderen ausgestochen haben, ob seine Eltern was dagegen haben oder ob’s ihm langweilig geworden ist, werden wir wahrscheinlich niemals erfahren. Und jetzt ist Ramjam auch immer weniger da, der war die Nachfolge von Nassim, dafür ist Dinesh grad immer an unserer Seite und versucht uns alle Wünsche von den Lippen abzulesen. Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt.

Ich bin jetzt wieder ganz intensiv auf der Baustelle. Endlich wieder arbeiten auch wenn’s saukalt ist. Und so viel zu tun, dass man gar nicht weiß wo man anfangen soll. Aber zu sehen was weitergeht und selber die Finger mit im Spiel haben ist schon noch mal was ganz besonderes. Wir werden jetzt hoffentlich zwei Wohnungen fertig stellen können und dann auch noch die Installationen durchführen. Das wir uns Ziele setzen haben wir schon aufgegeben, es passiert doch immer wieder etwas unerwartetes was alle Pläne über den Haufen wirft. Auch etwas was ich noch lernen muss, Sachen akzeptieren, die ohnehin nicht geändert werden können.

Diese Reise, dieser Aufenthalt in einer ganz anderen Welt wie ich es gewohnt bin, ist ein riesiger Lernprozess für mich. Auf allen Ebenen. Ich kann es wahrscheinlich noch gar nicht wirklich verstehen, was gerade mit mir passiert. Aber ich lass es mal auf mich zukommen und versuch so viel wie möglich an mir selber zu arbeiten. Auch an meiner Menschenkenntnis. Hier ist es Gang und Gebe, nicht ganz ehrlich zu sein und ich bin immer wieder hin und hergerissen, wem ich glauben soll, wenn ich eine Geschichten aus zwei Perspektiven höre und sie einfach nicht zusammenpasst. Einfach nur zuhören, mir ein Bild machen und die Aussagen abwägen, es hat wahrscheinlich keiner von beiden zu 100% Recht. Deswegen muss ich für mich herausfinden was logisch und stimmig erscheint. Ich muss wirklich zu dem stehen, was ich denke und das auch sagen, wenn ich vielleicht jemanden damit vor den Kopf stoße, man kann ja darüber reden und es muss hier so viel mal ausgesprochen werden und nicht aus Vorsicht was nicht alles vielleicht passieren kann, wenn man das ausspricht was sich ohnehin alle irgendwie denken. Ich glaub, das bringt mich viel weiter nicht nur hier in Indien sondern auch in Zuhause in Österreich.

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my life in pictures…

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everyday life in Little Flower

So… jetzt hab ich ewig nichts mehr geschrieben…

Erstens schreib ich gerade primär auf der Little Flower Seite http://littleflower-india.org und zweitens ist einfach total viel los… Es gibt so unglaublich viele Baustellen im Dorf bei denen ich irgendwie mithelfen möchte. Abgesehen von unserer Baustelle sollen wir einen neuen Klassenraum gestalten für den der Basti und der Michi Möbel gebaut haben, wo ich auch ein bisschen mitgeholfen hab. Dann gibt es noch die Finanzen, das System ist ein Chaos und die Rechnungen wurden seit Mai nicht mehr sortiert, weil sie ein neues System anstreben. Das allerdings auch total kompliziert und für mich unübersichtlich ist. Deswegen haben die Chrisi und ich eine eigene Excel-Tabelle für die Ausgaben der Baustelle angelegt und versuchen jetzt diese gut zu führen.

Dann ist da noch das Krankenhaus, Karl Koman hat uns bzw die Chrisi damit beauftragt einen Versuch mit einem neuen Wundheilungspad „WoundEx“ zu starten. Deswegen haben wir 4 Patienten ausgesucht, die alle drei Tage den Verband gewechselt bekommen und müssen jetzt die Veränderungen der Wunden fotografisch dokumentieren. Das ist ziemlich stark – morgens um halb 9 kurz nach dem Frühstück heftige Wunden anzuschauen. Dann kommt noch dazu, dass sie unsere Kompetenz total überschätzen. Sie fragen uns immer bei Veränderungen, was wir machen sollen. Wir haben halt alle keine Ausbildung in dem Gebiet und mit den Emails ist das total verzögert. Deswegen werden wir jetzt die Verantwortung an den Krankenpfleger übergeben und nur noch jeden dritten Wechsel also alle 9 Tage ins Krankenhaus gehen um die Veränderungen zu dokumentieren. Prinzipiell schlagen die Wunden gut auf die Behandlung an und Karl meinte, dass sie alle bis Ende Dezember komplett zu sein sollten. Und meine persönliche Baustelle ist noch die Khadi – die Weberei. Nachdem (mal wieder) falsche Farben nach Österreich geliefert worden sind, hat mich die Claudia gebeten ein System in das Chaos zu bringen. Shiva, der Manager der Khadi, ist total bemüht und es macht unglaublich viel Spaß mit ihm zu arbeiten. Wir machen jetzt so genannte Masterpieces, also Vorlagen, von denen eine in Little Flower bleibt und eine nach Österreich zur Claudia geht. Dafür müssen wir aber noch ein gutes System in die Bezeichnung und Artikelnummern der Schals bringen, das ist momentan das Schwierigste. Der Färber, Hasmullah, war gerade eine Woche weg und es gibt grad nicht alle Farben lagernd, deswegen hat sich der ganze Prozess jetzt doch verzögert. Aber heute und morgen werd ich noch mal ganz intensiv in der Weberei arbeiten und dann hoff ich dass das Grundprinzip steht.

Abgesehen von der ganzen Arbeit, gibt es immer wieder (unglaublich oft) irgendwelche Holidays, wie Diwali (das Lichterfest) und Chiat (Verehrung der Sonne und ein bisschen wie Erntedank). Wo wir natürlich immer herzlich eingeladen werden. Sehr besinnliche Momente. Zu Diwali haben im ganzen Dorf sicher über tausend Kerzen gebrannt. Und an Chiat wird einen ganzen Tag lang die Sonne intensiv gefeiert. Zuerst kommen abends alle Frauen zusammen unter ein Zelt – mit ihrem frisch geerntetem Gemüse und verharren dort sich drei Stunden betend und sich besinnend. Dann ziehen sie nach Hause die Männer tragen die vollen Körbe und am nächsten Morgen um drei versammeln sich alle wieder und beten bis Sonnenaufgang, dann schreiten sie ihn ihren bunten Saaris zum Wasser hinunter und ihre Gaben werden geweiht. Das war eine unbeschreibliche Stimmung. Danach ziehen alle weiter nach Hause – die Männer tragen am Kopf wieder die Körbe ihrer Frauen.

Es ist schon eine ganz spezielle Kultur. Viele Bräuche mit denen ich mir noch etwas schwertu und die ich einfach nicht verstehe und wegen denen ich manchmal bestimmt total unhöflich wirke. Aber ich lerne. Zum Beispiel dass man sich entschuldigen muss wenn man jemanden mit den Füßen berührt, dann bückt man sich und berührt die Stelle mit der Hand um sich zu entschuldigen. Wie oft ich das davor schon gemacht hab ohne zu Wissen, was sich gehört.

Ich lerne wirklich wahnsinnig viel. Wo meine Grenzen sind zum Beispiel. Die Kinder im Dorf kennen keine Grenzen und ich komm mir manchmal vor wie ein Klettergerüst am Spielplatz. Da muss man einfach mal sagen wenn’s nicht mehr passt.

Und ich hab wieder mal eine Sprache gefunden zum lernen. Jeden Tag geht’s mir besser mit Hindi, mittlerweile kann ich mich auf der Baustelle schon so halbwegs verständigen und Small Talk ist auch schon drinnen. Diese Erfolge sind wahnsinnig schön für mich – die Inder finden mich total witzig und haben den größten Spaß mit mir. Aber so bau ich eine gute Beziehung zu allen auf – vor allem unsere Arbeiter hab ich mittlerweile total gerne, es sind einfach coole dost (Freunde).

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